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04.05.2017

Allzeithoch für die Elektroindustrie

Allen globalen Unsicherheiten zum Trotz erzielten die Elektroexporte 2016 das dritte Rekordjahr in Folge. 2017 soll nun aber das Jahr der Weichenstellungen werden.

Die 846.000 Beschäftigten der deutschen Elektroindustrie scheinen vieles richtig zu machen. Denn die Früchte ihrer Arbeit sind im In- und Ausland gleichermaßen begehrt. So legten schon im Dezember letzten Jahres die Ausfuhren um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 15,2 Mrd. Euro zu – der bislang höchste Dezember-Wert überhaupt. Im Januar gab es ein zweistelliges Plus von 12,9 Prozent, gefolgt von 2,6 Prozent im Februar.

Im gesamten Jahr 2016 kletterten die Exporte um 4,4 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 182,1 Mrd. Euro. Mit einem Plus von 8,3 Prozent auf 16,3 Mrd. Euro verwies China dabei die USA (+2,0 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro) auf den zweiten Platz. Danach Frankreich (+0,6 Prozent auf 11,8 Mrd. Euro), gefolgt von Großbritannien (+1,7 Prozent auf 10,0 Mrd. Euro). Vor allem aber trug Osteuropa mit Polen, Tschechien und Ungarn erneut kräftig zum Ergebnis bei.

Wachstum durch Innovation
Die Branchenerlöse insgesamt beliefen sich im letzten Jahr auf 178,6 Mrd. Euro. Dass sie geringer als die Ausfuhren scheinen, liegt daran, dass die zugrunde liegenden Zahlen unterschiedliche Dinge erfassen (siehe dazu „Infokasten: Umsatz, Produktion, Exportquote, Markt“ im Anhang). Gut 75 Prozent der Umsätze kamen aus dem Segment „Industriegüter“ (Automation, Energietechnik, Elektroinstallation, Medizintechnik), über 10 Prozent steuerten „Vorleistungsgüter“ (elektronische Bauelemente, Halbleiter) bei, und den Rest machten „Gebrauchsgüter“ (Haushaltsgeräte, Licht, Unterhaltungselektronik, etc) aus.

Die Zuwächse kommen nicht von ungefähr. Schließlich arbeitete 2015 hierzulande etwa ein Viertel aller FuE-Beschäftigten in der Elektrobranche. Und 2016 stemmte sie mit über 16 Mrd. Euro mehr als ein Fünftel aller privatwirtschaftlichen FuE-Aufwendungen. Zudem zeichnet sie für 40 Prozent aller in Deutschland angemeldeten transnationalen Patente verantwortlich. Damit ist sie die innovativste Branche Deutschlands.

Gute Aussichten für 2017
Die Chancen der deutschen Elektroindustrie sind auch weiterhin gut. Für die preisbereinigte Produktion der Branche prognostiziert der ZVEI in diesem Jahr einen Anstieg um 1,5 Prozent auf rund 182 Mrd. Euro. Damit wäre der Rekordwert von 2008 endlich erreicht.

Vor allem die Schwellenländer mit Ostasien bieten gute Geschäftsmöglichkeiten. Schon im Januar diesen Jahres stiegen die Exporte in diese Gegenden im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro. Das sehen die Unternehmen ähnlich. Immerhin ging das Geschäftsklima im Februar diesen Jahres merklich nach oben, seit nunmehr sechs Monaten tendiert es aufwärts.

Was die globale Lage angeht, weiß niemand so genau, wie sich zunehmendes protektionistisches Denken – Stichwort Trump, Brexit, Wahlen in Frankreich – auf die inländische Wirtschaft auswirken wird. Schließlich gehen knapp 15 Prozent unserer Elektro-Exporte nach Großbritannien und den USA. Hoffnungsvoll stimmt allerdings, dass die Branche hierzulande mittlerweile wesentlich diversifizierter aufgestellt ist, als noch 1990. Damals landeten über 70 Prozent aller Ausfuhren in den zehn größten Abnehmerländer, 2015 waren es nur noch 57 Prozent.

Gewarnt wird jedoch vor der „digitalen Schere“ zwischen großen und kleinen sowie mittelständischen Unternehmen. Geht es nach dem ZVEI, müssen die Herausforderungen der Digitalisierung aktiver angegangen werden. Außerdem fordert der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) steuerliche Forschungsförderungen von mindestens 10 Prozent auf Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, um für kommende Herausforderungen gerüstet zu sein.

Knowledge Base
ZVEI: „Elektroindustrie in Zahlen“ (PDF)

ZVEI-Innovationsstudie „Die Elektroindustrie als Leitbranche der Digitalisierung – Innovationschancen nutzen, Innovationshemmnisse abbauen“ (PDF)

ZVEI: Infokasten: Umsatz, Produktion, Exportquote, Markt (PDF)

 
 
 
 
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