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03.05.2017

Anstand heißt auch Abstand wahren

Wenn einem wenig vertraute Menschen zu nah auf die Pelle rücken, löst das Unbehagen aus. Doch was ist eigentlich der richtige Abstand?
Es kommt immer wieder vor. Mal auf dem gemeinsamen Weg zum Bahnhof. Mal beim Netzwerken in der Tagungspause oder auf dem Weg zur Kantine. Gesprächspartner kommen unangenehm nahe. Sie rücken einem förmlich „auf die Pelle“ – und haben offensichtlich kein Gespür für den richtigen Abstand.

Das Gros der Mitmenschen wahrt intuitiv die gebotene körperliche Distanz. Als Regel gilt: Distanzen von weniger als einer Armlänge sind Tabu. Nur wenn ein enges Vertrauensverhältnis besteht oder wenn die äußeren Umstände es erzwingen, ist der Mindestabstand außer Kraft gesetzt. Beispiele sind überfüllte Busse und Bahnen oder Warteschlangen. Sonst gilt: Der Luftraum im Umkreis von 50 Zentimeter um eine Person ist Sperrzone. Im unverfänglichen Pausengespräch sind 0,8 bis 1,1 Meter Abstand geboten. Zum Austausch vertraulicher Informationen ist es bei dieser Distanz leicht möglich, die Köpfe zusammenzustecken.

Was tun gegen aufdringliche Gesprächspartner?
Oft reagiert der Körper intuitiv auf unangenehm empfundene Nähe. Typische Signale sind der Schritt zur Seite, ein leichtes Zurückbeugen oder verschränkte Arme. Doch wenn dem Gegenüber die Sensorik fehlt, wird er nachrücken. In der Regel steckt kein böser Wille dahinter, sondern mangelndes Gespür. Teils hilft es, selbst einen Schritt auf die aufdringliche Person zuzugehen und so den umstrittenen Raum für sich zu reklamieren. Sinnvoll ist es, sich von Anfang an im rechten Winkel zu Gesprächspartnern zu positionieren, um den Abstand jederzeit selbst regulieren zu können.

Hilft alles nichts, lässt sich die missliche Lage auflösen, ohne den Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. Sei es durch den Vorschlag, Kaffee oder Nachtisch zu holen, durch die vorgebliche Suche nach Visitenkarten oder durch den Hinweis, noch etwas aus dem Büro oder Tagungsraum holen zu müssen. In ausgesuchten Fällen raten Experten zum klärenden Wort. Etwa, wenn sich ein Sitznachbar im Bus zu breit macht. Oder wenn einem eigentlich geschätzten Kollegen die Abstand-Sensorik fehlt. Ein Hinweis in freundlichem Ton kann die Situation in diesem Fall spürbar – und dauerhaft entlasten.

 
 
 
 
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