19. Juli 2018

Trotz Kummer zur Arbeit

In Lebenskrisen fällt es schwer, berufliche Pflichten zu erfüllen. Aber wie viel Raum dürfen Kummer und Trauer im Job einnehmen?

Mit Krisen gehen Menschen unterschiedlich um. Manche reden. Andere verschließen sich. Die Einen sind wie gelähmt, während sich andere in Arbeit stürzen, um zumindest vorübergehend Abstand von ihrer Situation zu bekommen.

Doch wie viel Raum sollte und darf persönlicher Kummer am Arbeitsplatz einnehmen? Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht bei Todesfällen im engsten Familienkreis. Der Verlust eines Freundes, Krankheitsdiagnosen oder schmerzhafte Trennungen sind hingegen keine hinreichenden Gründe, um der Arbeit fernzubleiben.

Ultima Ratio: Chefs einweihen

Doch was tun, wenn die Krise jeden Elan tilgt und alles Denken bestimmt? – In solchen Fällen sollten Betroffene ihre Vorgesetzten ansprechen und nüchtern ihre Lage schildern. Ist an produktive Arbeit nicht zu denken, dann kann eine Auszeit durchaus im Sinne der Firma sein. Und gute Chefs wissen, dass der menschliche Umgang im richtigen Moment das Betriebsklima fördert.

Allerdings sollten Beschäftigte diesen Schritt reiflich überlegen: Denn im Rückblick auf Lebenskrisen berichten Betroffene, wie wichtig die Normalität, die Bestätigung und die geregelten Abläufe im Job für sie waren. Je strikter die Trennung von Beruf und Privatleben, desto besser. Dazu gehört es, nach der Arbeit die Kleidung zu wechseln und klare Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeitkommunikation zu ziehen. Betroffene sollten auch Strategien entwickeln, um ihre Gefühle zulassen zu können. Denn wer nur verdrängt, verarbeitet nicht. Kurze Spaziergänge geben Gefühlen Raum und bieten zugleich neue Denkanstöße.

Bleibt die Frage, wieviel die Kollegen wissen sollen. Gerade bei fließenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben drohen Konflikte. Darum sollten Betroffene gut überlegen und ehrlich kommunizieren, mit wem sie sprechen wollen. Allen anderen Kollegen helfen Tipps, was sie konkret tun können: Sei es Obst oder Schokolade mitbringen, an nahende Termine erinnern oder auch nur, in Pausen normale Gespräche zu führen.

 
 
 
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