Quantencomputer „IBM Q System One“

Üppige Fördergelder für die Quantenrevolution 2.0

Quantentechnologien gelten als Markt der Zukunft. Weltweit investieren Regierungen enorme Fördersummen in die Forschung und Entwicklung. Ein Überblick über geplante und laufende Programme.

Mit ihrer „Quantum Flagship“-Initiative hat die EU Kommission im Herbst 2018 einen Meilenstein für die Quantenforschung gesetzt. Mindestens eine Milliarde Euro stellt sie für die zehnjährige Laufzeit bereit – und finanziert damit die Arbeit von europaweit mehr als 5.000 Forscherinnen und Forschern. Als Schnittstelle zu den parallel angelaufenen nationalen Initiativen dient das Quantum Community Network, in dem Vertreter aus allen EU-Ländern mitwirken.

Auf nationaler Ebene fördert die deutsche Regierung den Übergang der Quantentechnologien von der Grundlagenforschung hin zur Vermarktung mit 650 Millionen Euro. Die Laufzeit bis 2022 orientiert sich an der laufenden Legislaturperiode. Deutschland setzt vier Förderschwerpunkte: Quantencomputer, Quantenkommunikation, Quantenbasierte Messtechnik und Sensorik sowie die Weiterentwicklung von Basistechnologien für Quantensysteme. Hinzukommen sollen nun zwei Milliarden Euro aus dem 130 Milliarden Euro schweren Corona-Konjunkturpaket, dass die Regierung Anfang Juni 2020 beschloss.

In den Niederlanden startete die Regierung im Februar 2020 ein 23,5 Millionen Euro schweres Förderprogramm. Laufzeit fünf Jahre. Gedacht ist es als Anschub für Investitionen aus privater Hand. Ziel: jährlich 34 Millionen Euro für die Quantenforschung. Schon in den letzten fünf Jahren sind in den Niederlanden rund 350 Millionen Euro in die Quantentechnologie geflossen. Großbritannien fördert die Zukunftstechnologie im UK National Quantum Technologies Programme und gab im Juni 2020 eine neues, 78-Millionen-Euro-Paket (70 Mio. £) bekannt. Schon in einer ersten Phase seit 2013 sind 300 Millionen Euro (270 Mio. £) geflossen. Auch Frankreich bereitet aktuell ein umfassendes Förderprogramm vor. Eine ehrgeizige Strategie mit zu 1,4 Milliarden Euro an Fördergeldern für die kommenden fünf Jahre steht im Raum. Davon soll unter anderem ein Fonds zur Förderung von Quantentech-Start-ups aufgelegt werden, hierfür sind zwischen 300 und 500 Millionen Euro angedacht. Auch andere europäische Staaten haben Programme aufgelegt. Und das ist nur ein kleiner Auszug der nationalen Förderinitiativen.

Milliardenprogramme in China und den USA

Neben Europa investieren auch die US-amerikanische und die chinesische Regierung entschlossen in den Knowhow-Aufbau für den Zukunftsmarkt. Die USA brachten Ende 2018 ihren National Quantum Initiative Act (NQI) auf den Weg. Umfang: gut eine Milliarde Euro (1,2 Mrd. US-$) für fünf Jahre. Nun werden Stimmen lauter, die eine deutliche Erhöhung der Fördersumme anmahnen. Die Regierung Trump stellt einen „Industries of the Future“-Plan in Aussicht. In vier Technologiefelder – 5G, Artificial Intelligence, Advanced Manufacturing und Quantum Information Science (QIS) – sollen bis 2025 pro Jahr 10 Milliarden US-Dollar (8,9 Mrd. €) fließen.

Diese Summe – 10 Milliarden US-Dollar – investiert China allein in ihr „Chinese National Laboratory for Quantum Information Sciences“, das noch 2020 in Hefei, Provinz Anhui die Arbeit aufnehmen soll. Zusätzlich investiert die Regierung XI laut Medienberichten mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr in die Quantenforschung, um sich in diesem strategischen Zukunftsmarkt eine Spitzenposition zu erarbeiten.

Initiativen auch in Japan, Südkorea, Israel und Russland

Als etablierte Technologienation verfolgt auch Südkorea ehrgeizige Pläne. Das Land investiert bis 2023 rund 32 Millionen Euro (44,5 Mrd. Won) in die Entwicklung von Quantencomputern. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Hard- und Software sowie Infrastruktur. Weitere zehn Millionen Euro (13,4 Mrd. Won) stehen für die Entwicklung von Quantencomputer-Peripherie bereit. Auch Japan verfolgt ein Quantum Leap Flagship Program sowie eine langfristige Roadmap bis 2040. Zwischenziel ist unter anderem ein 100-qubit-Quantencomputer bis 2030. Daneben finden sich quantenbasierte Sensorik und Messtechnik sowie eine neue Laser-Generation auf der Agenda. Laut Medienberichten steht eine staatliche Förderung von über 800 Millionen Euro im Raum. Noch allerdings bewegen sich die Etats im zweistelligen Millionenbereich. Dafür intensiviert das Land Forschungspartnerschaften mit den USA und Europa, um den enormen Anstrengungen Chinas vereinte Kräfte entgegenzusetzen.

Jeweils in Größenordnungen von 350 Millionen US-$ (311 Mio. €) investieren zudem die Regierungen in Israel und Russland in die Quantenrevolution 2.0. Hinzu kommen weltweit steigende F&E-Budgets der Industrie für den technologischen und ökonomischen Aufbruch in die Welt der Quanten.

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