Mikroskopie: Software als Wachstumstreiber

Covid-19 macht viele Marktprognosen zur Makulatur. Doch ungeachtet der Sonderkonjunktur liefern Marktstudien Hinweise auf langfristige Trends in der Mikroskopie.

Noch ist es zu früh, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf den Mikroskopie-Markt zu beziffern. Einerseits ist die Produktion in vielen Regionen und Branchen eingebrochen, was die Nachfrage nach Lösungen für die Materialmikroskopie in der industriellen Qualitätssicherung negativ beeinflussen dürfte. Denn stark rückläufige Umsätze und Auftragseingänge wirken sich natürlich auf die Investitionsbereitschaft der betroffenen Industriekunden aus. Andererseits gibt es im Bereich der medizinischen Forschung und der personalisierten Medizin verstärkte Nachfrage nach Mikroskopen, welcher aber während des Lockdowns vielerorts geschlossene Forschungslabors gegenüberstanden. Und so bleibt abzuwarten, welche Richtung die Umsätze im Weltmarkt für Mikroskopie-Systemen im laufenden Jahr nehmen – und wie schnell die Hersteller die aktuelle Talsohle durchschreiten werden.

Deep Learning und Softwareplattformen für die korrelative Mikroskopie

Im Herbst 2019 hatten die Marktforscher von Research & Markets dem Mikroskopie-Markt für den Zeitraum von 2019 bis 2024 ein jährliches Wachstum von 5,5 Prozent vorhergesagt. Auf der Basis von Interviews mit zwanzig führenden Mikroskop-Herstellern bezifferten sie das globale Marktvolumen auf 6,3 Milliarden US-Dollar (entspricht ~5,3 Mrd. €) im Jahr 2019 – und stellten einen Umsatzanstieg auf 8,2 Milliarden Dollar bis 2024 in Aussicht.

Während diese Zahlen aktuell nur als grobe Orientierung zum Marktvolumen dienen können, finden sich interessante Hinweise auf langfristige Trends. „Wir erwarten, dass das Software-Segment im Prognosezeitraum die höchsten Wachstumsraten aufweisen wird“, heißt es in der Studie. Die Aussage deckt sich mit den Einschätzungen von Dr. Michael Albiez, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Carl Zeiss Microscopy GmbH, im aktuellen LASER-Interview. Er erklärt darin, dass sich bei der Entwicklung von Mikroskopen die Schwerpunkte zunehmend von der Hardware in Richtung Software verlagern. Auch nehme der Einsatz von Neuronalen Netzen und Künstlicher Intelligenz sowohl bei der Auswertung der immer größeren Datenmengen als auch bei der automatisierten Steuerung moderner Mikroskope zu. Zumal korrelative Softwareplattformen Anwendern reibungslose Workflows bieten, wo diese zur Probenanalyse unterschiedliche Mikroskopie-Verfahren einsetzen.

Auch andere LASER World of PHOTONICS Aussteller, wie Olympus, Nikon, Oxford Instruments oder KEYENCE und Vision Engineering ergänzen ihre Mikroskopie-Hardware längst durch umfassende Softwarelösungen und zunehmend auf Deep Learning-Methoden.

Elektronenmikroskopie gewinnt an Fahrt

Zur Marktentwicklung der verschiedenen Mikroskopie-Verfahren benennt Research & Markets einen weiteren interessanten Trend. Die befragten Hersteller erwarten für Elektronenmikroskope höhere Wachstumsraten als für Licht- oder Scanning-Mikroskope. Denn Elektronenmikroskope seien sowohl in der Materialmikroskopie als auch in den Life-Sciences auf dem Vormarsch und würden immer öfter zur Ergänzung der Lichtmikroskope genutzt. Eine zusätzliche Analysemethode also, um Proben noch mehr Informationen zu entlocken. Solche fliegenden Wechsel zwischen den Mikroskopie-Verfahren treiben wiederum die Nachfrage nach softwaregestützten, korrelativen Workflows.

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