Laser werden verwendet, um Muster und Effekte auf Jeans aufzubringen.
©LUXINAR

Laser auf ungewohntem Terrain

Industrielle Laseranwendungen sind längst nicht auf Metall, Glas und Halbleiter begrenzt. Auch in der Verarbeitung von Textilien, Leder, Papier oder Holz sind Laser im Einsatz.

Die Verbindung zwischen Lasern und maßgeschneiderten Anzügen liegt nicht auf der Hand. Und auch beim Anblick von Jeans, T-Shirts oder ledernen Schuhen, Jacken, Sofas und Sesseln drängt sich der Gedanke an Lasertechnik nicht wirklich auf. Doch tatsächlich sind immer öfter CO2-Laser der Luxinar Ltd. im Einsatz, wo Leder und Textilien zugeschnitten oder für besondere Designs strukturiert werden.

Ob Leder, Baumwolle, Polyester, Seide, Neopren, Filz, Nylon oder Vlies: Wo der Zuschnitt per Laser erfolgt, gelingen komplexeste Schnittmuster zügig in reproduzierbarer Qualität, fransen Schnittkanten nicht länger aus und sinkt die Umweltbelastung. Diese Vorteile machen sich nicht nur die Mode- und Möbelindustrie zunutze, sondern auch Autohersteller. Sie setzen auf Laser, um Sitzbezüge aus Stoff und Leder, Sicherheitsgurte oder textile Dachhimmel und Teppiche auf das rechte Maß zu bringen.

Präzise Maß genommen und dann per Laser zugeschnitten

Gerade für die zunehmende Automation in der Bekleidungsindustrie sind CO2-Lasersysteme zentral. Das zugleich flexible, hochpräzise und rasend schnelle Zuschneiden der Stoffe beschleunigt die Takte und minimiert den Verschnitt. Wird bei Kunden per 3D-Scanner Maß genommen, können die digitalen Datensätze direkt an CAD-Systeme übermittelt und damit in jene Schnittmuster übersetzt werden, die Luxinars Laser dann aus dem Stoff schneiden. Die digitalen Ketten setzen maßgeschneiderte Mode zu einem Bruchteil der Kosten und sehr viel schneller um, als bisherige manuelle Prozesse.

Doch nicht nur für Schnitte sind die Laser gefragt. Hersteller von Jeans setzen Lasersysteme ein, um Farbschattierungen und Muster auf den Stoffen zu erzeugen. Blitzschnell huschen dabei per Scanner gelenkte Laserstrahlen über die Jeans und entfernen Farbpigmente. Weil dabei die Intensität variiert, kommen die gewünschten Designeffekte zustande – ohne Chemie, Staub und ohne Beschädigungen der Stofftexturen. Beim Dekorieren von T-Shirts in Heißtransferprozessen spielen Laser ebenfalls eine wichtige Rolle. Und in der Lederverarbeitung reicht das Einsatzspektrum vom Codieren der Tierhäute für Track & Trace-Lösungen über den Zuschnitt bis zur dekorativen oder funktionalen Bearbeitung. So lassen sich durch selektiven Mikrostrukturierung der Oberflächen Glanz- und Matteffekte realisieren. Gerade in der Lederverarbeitung haben die Umweltvorteile der Laserprozesse Gewicht: Gegenüber traditionellen Bearbeitungsmethoden sinkt der Wasserverbrauch um bis zu 80 Prozent und der Einsatz aggressiver Chemikalien entfällt.

Unerwartete Einsätze in der Lebensmittel-, Druck- und Verpackungsindustrie

Lasermarkierung sorgt auch in der Lebensmittelbranche für die Rückverfolgbarkeit. So nutzen unter anderem Schlachthöfe CO2-Laser, um Rind- und Schweinefleisch mit Zahlencodes für Track & Trace-Systeme zu versehen. Zudem sorgt moderne Lasertechnik für Haltbarkeit verderblicher Waren. Beim Modified Atmosphere Packaging (MAP) herrscht innerhalb der Verpackungen Schutzgasatmosphäre, um Fäulnisprozesse und Oxidation zu minimieren. Je nachdem, wie sehr die verpackte Ware „atmet“, brauchen die Verpackungsfolien eine spezifisch angepasste Entlüftung. Auch diese Aufgabe erledigen Lasersysteme, indem sie die Folien im laufenden Verpackungsprozess mit feinen, für das menschliche Auge kaum sichtbare Lüftungslöchern perforieren.

Verpackungshersteller nutzen Lasertechnik auch, um Papier, Pappe, Folien oder Holz zu bearbeiten und zu markieren. Das geschieht zuweilen über Umwege. Etwa, wenn Laser die hochpräzise Gravur der Druckplatten und -Zylinder übernehmen, die dekorative und informative Drucke auf Verpackungen aufbringen. Oder wenn CO2-Laserschneidmaschinen von Herstellern wie Trotec aufwändig designte Verpackungen zuschneiden und perforieren. Zudem sind Laser im Einsatz, um Etiketten und Produkte mit individuellen Seriennummern oder QR-Codes zu markieren. Moderne CO2-Laser bringen diese mit unsichtbaren Infrarotstrahlen im Wellenlängenbereich zwischen 9,3 und 10,6 µm ins jeweilige Material ein; bei Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 Buchstaben pro Sekunde. Das menschliche Auge kommt da nicht mehr mit. Deshalb ist auch die Prozesskontrolle eine Sache der Photonik: Imaging-Systeme überwachen die Laserprozesse.

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